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Mainpost, Montag, 30 Januar 2017 - Nr. 24, WUES - Seite 13
Mainpost, Montag, 30 Januar 2017 - Nr. 24, WUES - Seite 13

„Billard macht süchtig“


Mainpost | Susanne Bergmann | 29. Januar 2017 | 16:20 Uhr | Aktualisiert am: 29. Januar 2017, 16:21 Uhr


„Ihr müsst den Arm ungefähr zu 90 Grad anwinkeln. Und dann ganz ruhig die Kugel stoßen. Keine hektischen Bewegungen. Wir nennen das den Roboter“, erklärt Hendrik Franke vom Pool Billard Club Würzburg/KT lachend einer Gruppe Männer, die zum Probetraining im Breaker's Inn in Würzburg vorbeigekommen ist. „Sie sind schon das zweite Mal hier und machen echt Fortschritte. Bisher haben sie immer in der Kneipe gespielt, jetzt wollen sie die richtigen Techniken lernen. Dreimal Probetraining ist kostenlos“, sagt Franke. Durch dieses Angebot will der junge Verein, der vor etwa zehn Jahren in Kitzingen als PBC Kitzingen gegründet worden ist, neue Mitglieder gewinnen.

„Zuerst war es nur eine Art Vereinigung von Leuten, die gerne Billard spielen. Sie wollten aber dann mal in richtigen Ligen antreten und haben offiziell einen Verein angemeldet“, erklärt der erste Vorsitzende Sebastian Möldner. Der Verein hat seine Wurzeln also in Kitzingen, ist dann aber irgendwann ins Breaker's Inn nach Würzburg umgezogen. „Aber wir haben das KT für Kitzingen noch in unserem Namen. Es ist praktisch ein Relikt aus der Gründungszeit“, so Möldner.

„Jetzt gerade sind wir auf dem Weg, ein richtiger Verein zu werden. Mit Nachwuchsarbeit, Werbung und allem Drum und Dran“, sagt Möldner freudig und deutet dabei auf Franke, der neben dem Probe- auch das Jugendtraining leitet. Dieser ist mächtig stolz auf seine Neuzugänge und bemüht sich, im Training seinen Schützlingen etwas beizubringen – ihnen aber auch den Spaß am Spiel zu lassen. So dürfen sie zuerst frei spielen, bevor sie durch Übungen die richtige Technik lernen.
Die Kugel „springen lassen“

Auch die alten Hasen lernen ständig etwas dazu. Etwa, wie man die Kugel „springen“ lässt. Das kann Franke selbst noch nicht, holt aber gleich einen Teamkollegen, der den Trick zeigt, bei dem man den Queue so schräg hält, dass man die weiße Kugel sozusagen aushebelt und sie durch den Drall in die Luft springt. Sie kann so eine Kugel überspringen, die dahinter treffen und erfolgreich ins Loch schubsen.

Inzwischen trägt die Arbeit des Vereins schon erste Früchte: Der PBC Würzburg/KT vergrößert sich stetig. „Wir hatten vergangenes Jahr 25 Mitglieder, jetzt 32. Ich weiß, das klingt wenig, aber prozentual ist das eine riesen Steigerung“, sagt Möldner und lacht. Derzeit haben die Würzburger vier Teams gemeldet: Die erste Mannschaft spielt in der Verbandsliga, die zweite und dritte treten in der Bezirksliga an und die vierte spielt in der Kreisklasse. In der nächsten Saison wollen sie dann eine fünfte Mannschaft melden.

Gespielt werden bei jeder Begegnung vier verschiedene Spiele – jeweils zwei Mal. „So eine Partie kann schon bis zu sechs Stunden dauern. Aber dafür haben wir nur eine Begegnung pro Monat. Wenn die Gegner aus der Nähe kommen, ist es nicht so schlimm. Manchmal spielen wir aber auch gegen Mannschaften hinter Nürnberg, dann kommt's einem schon mal lang vor“, sagt Franke.

24 Stunden für Sieg gekämpft

Sechs Stunden für eine Partie sind aber gar nichts im Gegensatz dazu, wie lange Möldner bei einem Amateurturnier – bei dem es um die Teilnahme an den Amateurmeisterschaften in Las Vegas ging – mit drei Vereinskollegen um den Sieg kämpfen musste: 24 Stunden lang haben sie gebraucht, bis alle Gegner ausgeschaltet waren und sie als Sieger feststanden. „Das war echt ein harter Kampf. Wir haben die ganze Nacht durchgespielt. Aber es hat sich gelohnt. Im Mai geht's für zwei Wochen nach Vegas“, sagt Möldner.

„Das klingt, als wären wir nicht ganz normal, wenn wir die ganze Nacht durchspielen. Aber Billard macht süchtig. Es kribbelt in den Fingern, wenn man eine Weile nicht mehr gespielt hat“, so Thomas Kröhnert, der zweite Vorsitzende.

Der PBC Würzburg - Der Pool Billard Club Würzburg/KT trainiert jeden Freitag von 19.30 bis 21 Uhr im Dart- und Billardlokal Breaker's Inn. Weitere Infos zum Verein gibt es unter www.billard-wuerzburg.de.

Quelle: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.mainpost.de/sport/wuerzburg/Billard-bdquo-Billard-macht-suechtig-ldquo;art786,9486956 (Mainpost, Montag, 30 Januar 2017 - Nr. 24, WUES - Seite 13)

Gamblers spielen einmal mehr in der Masters Devision in Las Vegas und repräsentieren den DSAB
Gamblers spielen einmal mehr in der Masters Devision in Las Vegas und repräsentieren den DSAB
Wild Seventies nach Sin City
Wild Seventies nach Sin City
Freundliche Runners-up - es geht auch so wie Triple X beweist
Freundliche Runners-up - es geht auch so wie Triple X beweist

Wild Seventies und Gamblers go West heading for Las Vegas

Die aktuell eingelochten Fakten: 

Am 21. November haben die Gamblers aus Schweinfurt im Breakers Inn in Würzung den Titel in der Masters-Klasse im Poolbillard 8-Ball gewonnen. Bei den Amateuren vermochte das Team Wild Seventies aus Kitzingen, die Meisterschaft für sich zu entscheiden, und zwar in der Besetzung Marco Stöcklein (Kapitän), Berat Arifi, Christian Gersitz, Gerhard Klöber, Walter Lauth, Michael Luckert und Tobias Schunder.

Bei den Gamblers waren Frank Lauerbach (Kapitän), Antonio Benvenuto, Markus Buck, Thorsten Endres, Daniel Erdmann, Peter Weippert und Gerhard Werner aktiv. 
Bei den Masters belegten die Outsiders (Schweinfurt) den zweiten Rang, während Obelix (Schweinfurt) auf Platz drei rangierte. Die Mannschaft Triple Mixed (Würzburg) errang vor Pyramida Team die Vizemeisterschaft in der Amateur-Klasse.

Der Weg aus Schweinfurt über Würzung nach Las Vegas begann für die Gamblers mit der finalen Gruppenphase. In der ersten Partie trafen die Gamblers auf die Outsider, die sich seit vielen Jahren als ewiger Widersacher der Gamblers verdient gemacht haben. 
Der Beginn des Matches ähnelte dem Abtasten bei Boxern, keines der beiden Teams konnte entscheidende Treffer landen, doch beim Stand von 7:9 bahnte sich dennoch eine kleine Überraschung an, also eine Phase, in der der Boxtrainer Ulli Wegener gewöhnlich wie Rumpelstilzchen herumhüpft und insbesondere seinen Schützling Arthur Abraham lautstark beleidigt. Was sich die Gamblers von Angesicht zu Angesicht zu sagen hatten, wissen wir nicht, aber nun setzten sie zu einer hoch frequentierten Schlagfolge mit Wirkungstreffern an und siegten nach fünf Punkten in Reihenfolge 13:9!


In der zweiten Begegnung trafen die Gamblers auf das Team Obelix, das im Vorjahr bei den Amateuren gewonnen hatte. Diese Auseinandersetzung dominierten die Gamblers mit 13:8. 


Der zweite Finalplatz wurde in einer Zwischenrunde ausgespielt. Als Final-Gruppenzweite benötigten die Outsiders einen Sieg, während Obelix als Gruppendritter zweimal gewinnen musste. Mit 13:9 vermochte Obelix zwar die Outsiders anzuknocken, aber es kam nicht zum k.o., denn die Outsiders konterten in einem überaus nervösen Duell mit 13:11 zum Finale. Diese Begegnung bot die meiste Dramatik und besaß die höchsten Spannungselemente, dauerte aber acht lange Stunden! Eher etwas zum Abgewöhnen.    


Der entscheidende Vorteil für die Gamblers im Endspiel bestand darin, dass sie nun lediglich ein Match gewinnen mussten, um sich den Titel und die Tickets für den Worldcup 2016 in Las Vegas zu sichern, während die Outsiders das Problem hatten, dass sie die Gamblers zweimal besiegten mussten, um ihren amerikanischen Traum zu realisieren. 


Wenig Aufregendes zunächst: Die Gamblers hatten das Endspiel voll im Griff und führten bereits nach zehn Partien 8:2. Viel Aufregendes zwischendurch: Die Outsiders verdienten sich höchstes Lob, als sie sich bis auf 9:10 herankämpft hatten. Viel Souveränität zum Abschluss: Mit 13:9 machten die Gamblers den Sack zu, gewannen so den Titel und die Qualifikation zum Worldcup in Las Vegas. 


Eine effektiv geschlossene Teamleistung, bei der Markus Buck, Daniel Erdmann und Antonio Benvenuto je zwei, der Kapitän Frank Lauerbach drei sowie Thorsten Endres vier Siegpunkte beisteuerten. 
Die Gamblers sonnten sich um 3:00 Uhr morgens bereits glücklich im virtuellen Sun-City, und Frank Lauerbach machte deutlich. „Wir fiebern Las Vegas förmlich entgegen. Viva Las
Vegas!“ Man will ja immer noch den World-Cup! 


Die Outsiders machten indes ihrem Namen in schlechter Manier alle Ehre, verweigerten sich dem Foto bei der Siegerehrung und verschwanden schnell im Dunklen der Nacht.

Der Crew Wild Seventies flatterte bei den Amateuren zunächst ein Freilos zu. Dann wurde es ernst, und die Wilden Siebziger überragten das Pyramida Team um drei Bausteine, sprich 13:10. Gegen Triple X, das zuvor No1 Breakers 13:0 aufgemischt und auch beim 13:4 gegen Oder so wenig Erbarmen gezeigt hatte, konnten sich die Wild Seventies mit 13:8 geschmeidig in Szene und durchsetzen. 


Das Pyramida Team hatte zwischenzeitlich einen Sieg auf der Verliererseite abfeiern können, indem es Oder so 13:4 dominiert hatte. Triple X stellte sich aber für das Pyramida Team als zu stark heraus, sodass das Pyramida Team beim Spiel ums Finale auf der Verliererseite seinen Konrahenten mit 13:5 passieren lassen musste.

So standen sich Wild Seventies und Triple X im Endspiel gegenüber. Die Erst- mussten einmal, die Letztgenannten zweimal gewinnen. 
Es kam aber nur zu einem Gipfeltreffen, in dem sich die Wild Seventies mit 13:8 für Las Vegas eincheckten. Jetzt wollen wir einmal sehen, was die Wild Seventies im wilden Las Vegas draufhaben. Au, Backe!

 

Endergebnisse Amateure

 

1. Platz: Wild Seventies (Kitzingen)

  • Marco Stöcklein (Kapitän)
  • Berat Arifi
  • Christian Gersitz
  • Gerhard Klöber
  • Michael Luckert
  • Walter Lauth
  • Tobias Schunder

2. Platz: Triple X (Würzburg)

  • Frank Hippel (Kapitän)
  • Bettina Hübner
  • Desmond Finnegan
  • Jochen Jutzi
  • Michael Kapp
  • Thomas Krönert
  • Malcom Luckie
  • Markus Schick

3. Platz: Pyramida Team (Schweinfurt)

  • Arkadij Schnorr (Kapitän)
  • Cem Durukan
  • Kadir Duvan
  • Dennis Kasch
  • Viktor Kasch
  • Alexander Kuchar
  • Alexander Konkol
  • Martin Pohli

4. Platz: Oder so (Schweinfurt)

  • Carina Ort (Kapitän)
  • Sandra Babic
  • Nicole Elston
  • Sven Engelhardt
  • Josef Katzenberger
  • Ysin Özcanli
  • Ewald Rudloff

5. Platz: No1 Breakers (Bad Kissingen)

  • Marco Reinisch (Kapitän)
  • Michael Erhard
  • André Keil
  • Stefan Meußler
  • Bernd Stahl
  • Michael Strobel
  • Endergebnisse Masters

 

 

Endergebnisse Masters

 

1. Platz: Gamblers (Schweinfurt)

  • Frank Lauerbach (Kapitän)
  • Antonio Benvenuto
  • Markus Buck
  • Thorsten Endreas
  • Daniel Erdmann
  • Peter Weippert
  • Gerhard Werner

2. Platz: Outsiders (Schweinfurt)

  • Thorsten Stahl (Kapitän)
  • Gökmen Duvan
  • Martin Karl
  • Werner Molner
  • Markus Mutschler
  • Cetin Öztürk

3. Platz: Obelix (Schweinfurt)

  • Jens Prozeller (Kapitän)
  • Robert Gernet
  • Friedrich Kokott
  • Matthias Schulz
  • Ramon Stühler
  • Michael Thiel
  • Wolfgang Wardanjan

 

Quell: Öffnet externen Link in neuem Fensterdart1.net


Die Gamblers
Die Gamblers
Vizemeister: Breakers
Vizemeister: Breakers
Obelix auf dem Weg nach Amerika - und das sind Friedrich Kokott, Mathias Schulz, Jens Prozeller, Robert Gernet, Guido Siegmann, Ramon Stühler, Wolfgang Wardanjan und Michael Thiel
Obelix auf dem Weg nach Amerika - und das sind Friedrich Kokott, Mathias Schulz, Jens Prozeller, Robert Gernet, Guido Siegmann, Ramon Stühler, Wolfgang Wardanjan und Michael Thiel
Triple X als Vizemeister verfehlte Las Vegas ganz knapp
Triple X als Vizemeister verfehlte Las Vegas ganz knapp

Voll eingelocht: Würzburg-Las Vegas via DSAB

Jede gute Geschichte braucht eine Idee und einen, der diese in die Tat umsetzt und hervorragend inszeniert. Was wäre Anthony Perkins ohne Alfred Hitchcock, Marlon Brando ohne Francis Coppola, Humphrey Bogart ohne Michael Curtiz, Charles Bronson ohne Sergio Leone oder John Travolta ohne Quentin Tarantino? Sie wissen schon Rick, Norman Bates, Mundharmonika, Don Vito, Kurtz und Vincent. Samstagabendkino in Perfektion. Meistens aber gibt es Mist. Was macht man dann?


Nach Würzburg ins Breakers Inn fahren, wenn die besten DSAB-Teams im 8-Ball bei den Deutschen Liga Mannschafts-Meisterschaften im Poolbillard beinhart und knüppeldick um Las Vegas fighten! 
Da fällt es uns wie Schuppen von den Augen: „Wir hatten zwei Beutel Gras, fünfundsiebzig Kügelchen Meskalin, fünf Löschblattbögen extrastarkes Acid, einen Salzstreuer halbvoll mit Kokain und ein ganzes Spektrum vielfarbiger Upper, Downer, Heuler, Lacher … sowie einen Liter Tequila, eine Flasche Rum, eine Kiste Bier, einen halben Liter unverdünnten Ether und zwei Dutzend Poppers“, so Raoul Duke in Angst und Schrecken in Las Vegas, oder wie Ben Sanderson in Leaving Las Vegas erkennt: "Vielleicht sollte ich lieber nicht so viel atmen" oder „Für mich hatte es wesentlich mehr Anreiz Gangster zu werden, als Präsident der Vereinigten Staaten!“, lautet die Weisheit der Good Fellas. 


Um Las Vegas geht es schon Jahr für Jahr im DSAB-Poolbillardligaspielbetrieb. Twice! Da bedarf es keines Martin Scorsese, Mike Figgis oder Terry Gilliam. Der DSAB hat ja Oliver Bandorf! 
Die Spannung der DLMM Pool tendierte in den letzten Jahren immer mehr gen null! Ergo, niente! Bis Oliver Bandorf, der sich nun leider auf dem Weg nach Hollywood befindet, ein ganz neues Storybook schrieb, hervorragend inszenierte und die Hauptrollen so hervorragend besetzen konnte. Oscarreif! Zumindest in der Kategorie Großstadt Haie.

Auch wenn die Erkenntnis: „Es ist besser 25 % von etwas zu haben als 100 % von gar nichts", für einen DLMM-Tag, der bis zum Morgengrauen wogte, beim Pool-Highlight im Breakers Inn keine Gültigkeit besaß.  


Erstmalig seit 2000 wurden wieder die Meister auf zwei Levels gesucht – Masters und Amateure. 2000 hießen die Sieger Gamblers aus Schweinfurt und Cafe Q Coburg. 
In der aktuellen Finalrunde der besten vier in Würzburg waren es nur noch drei. Leider! Wie lässt man es da knistern?

Das Drehbuch sah Folgendes vor: Round-Robin, der Gruppenbeste steht im Finale. Die Ränge zwei und drei spielen sodann gegeneinander den zweiten Finalplatz aus. Die Gruppenzweiten benötigen nur einen Sieg, die Drittplatzierten derer zwei, um noch ins Endspiel zu kommen. 
„The same procedure ... in the final“, verkündete Buttler James mit einem Augenzwickern, aber Miss Sophie dachte noch lange nicht daran, sich zurückzuziehen. Der erste Finalist benötigt ebenso nur einen einzigen Sieg zum Titelgewinn und zum Einchecken nach Las Vegas, der zweite derer schon zwei.

Wie sah das step by step aus, als sich der Fokus in der Totalen auf die Hauptdarsteller richtete? Die Breakers besiegten die Outsiders 15:10. Eine geschlossene Mannschaftsleistung der Breakers, bei denen alle fünf Akteure drei Punkte einfuhren – angefangen vom Team-Captain Peter Hilpert über Udo Schieder, Marco Netzbandt, Christoph Spall bis hin zu Danilo Radunovic.

Anschließend hauten die Breakers ihre Kontrahenten Gamblers mit 13:9 förmlich aus den Socken. Fest stand somit nur eins: Die Breakers hatten bereits das Endspiel erreicht. Die Outsiders besaßen allerdings die Chance, den 15maligen Titelgewinner aus dem Rennen zu kicken und ganz fern von Las Vegas zu halten. 


Das Vorhaben ging jedoch total in die Hosen. Die Gamblers nun einhundertprozentig konzentriert ließen den Outsider nur einen einzigen Punkt übrig und gewannen 13:1! Den Ehrenpunkt fuchste Cetin Öztürk den Gamblers ab. Auf der anderen Seite steuerten mit Antonio Benvenuto, Thorsten Endres, Frank Lauerbach und Peter Weippert gleich vier Players jeweils drei Punkte zum Sieg bei, während sich Daniel Erdmann einmal erfolgreich zeigte.


Als nächstes trafen die beiden letztgenannten Teams, sozusagen auf der Verliererseite, abermals aufeinander? Wer nun vermutete, Langeweile würde sich kundtun, wurde schnell eines Besseren belehrt. Auch wenn die Gamblers nach dem ersten Turn 4:1 in Front lagen, präsentierte sich die Partie nach dem zweiten Durchgang nicht nur ausgeglichen 5:5, sondern im dritten Teil erkämpften sich die Outsiders mit 8:7 erstmalig die Führung. Der vierte Part führte die beiden Kontrahenten wieder auf gleicher Augenhöhe zusammen: 10:10!

Wer in der fünften Runde zuerst drei Punkte eingesackt haben würde, stände als Sieger fest, wobei sich die Gamblers gleichsam als zweite Finalisten hervorgetan hätten, während die Outsiders noch eine zweite Chance aufs Endspiel erhalten würden. 


Wie so oft, wenn es darauf ankommt, sammelten sich die Gamblers nach dem Motto „Un pour tous, tous pour un!“, wie es so schön in dem Filmopus „Frau Wirtin hat auch vier Musketiere“ heißt. „Un pour tous, tous pour un!“ ist zwar gleichfalls der Dartsgilde geläufig, wird jedoch fälschlicherweise oftmals mit den Worten „Lokalrunde“ übersetzt. 


Von der Theke wieder an die Tische, ein kurzer Weg, Daniel Erdmann, Frank Lauerbach und Thorsten Endres waren zu Stelle, und so endete die Partie 13:10 für die Gamblers. Zur Erinnerung: Ein Sieg würde jetzt den Breakers reichen, um beim 30. VNEA Worldcup 2015 eine Rolle zu spielen, die Gamblers benötigten zwei Erfolge, um die Deutschlandflagge und die DSAB-Fahne in Las Vegas oben zu halten.


Zunächst ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. 3:2 für die Breakers, 5:5, 8:7 für die Breakers, 9:11 für die Gamblers – für den vier Punktvorsprung hatten Thorsten Endres, Frank Lauerbach, Antonio Benvenuto und Markus Buck gesorgt – und 9:13 für die Gamblers. Für die beiden spielentscheidende Zähler zeichneten Peter Weippert und Antonio Benvenuto verantwortlich.


Jetzt touch and go! 4:1 für die Gamblers – Peter Weippert, Daniel Erdmann, Frank Lauerbach und Antonio Benvenuto hier sowie Marco Netzbandt dort. 9:1 für die Gamblers – für das vollständige Fivepack hatten Peter Weippert, Thorsten Endres, Daniel Erdmann, Frank Lauerbach und Antonio Benvenuto gesorgt.

Aber noch nichts war gegessen und sich nun bloß nicht an Marco Ferreris großes Fressen laben, denn im dritten Turn schwächelten die Gamblers, bei denen nur Thorsten Endres in der Erfolgsspur blieb, indes Udo Schieder, Marco Netzbandt, Danilo Radunovic und Peter Hilpert den Vorsprung der Gamblers kurzerhand halbierten.
 Die Gamblers kamen aus dieser Schwächephase wieder erstarkt zurück, und im Parallelschwung machten Peter Weippert und Thorsten Endres sowie Frank Lauerbach und Antonio Benvenuto den Sieg perfekt, der soviel mehr beinhaltet: Titelgewinn, der sechzehnte insgesamt, Worldcup 2015! Impressing!

 


1. Platz: Gamblers

  • Frank Lauerbach (Kapitän)
  • Jennifer Ring
  • Antonio Benvenuto
  • Markus Buck
  • Thorsten Endres
  • Daniel Erdmann
  • Daniel Weippert
  • Peter Weippert

2. Platz: Breakers

  • Peter Hilpert (Kapitän)
  • Dirk Büttner
  • Walter Lauth
  • Marco Netzbandt
  • Danilo Radunovic
  • Udo Schieder
  • Christoph Spall

3. Platz: Outsider

  • Thorsten Stahl (Kapitän)
  • Gökmen Duvan
  • Martin Karl
  • Werner Molner
  • Cetin Öztürk
  • Martin Pohli
  • Gerhard Werner



„See how they fly ...!“ Was macht den plötzlich Georg Dunning Yellow Submarine hier. Wird denn 2015 nicht geflogen, sondern unter Wasser geschifft? 
Nichts für ungut, tauchen wir unverzüglich in Level A – A wie Amateure – ein! Was den Masters billig, ist den Amateuren recht gewesen. Fehlte there ein Team zum vollständigen Quartett, wurde here eine Mannschaft zum Oktett vermisst, also sieben.

Gedankenblitz: Die glorreichen Sieben von John Sturges, The Magnificent Seven. Und das waren in Würzburg nicht Chris, Vin, Bernardo O’Reilly, Chico, Lee, Harry Luck und Britt, sondern Hot Shots, Pool Junkies, Obelix, Pyramida Team, Ü40, Triple X und No 1 Breakers. 


Die ersten beiden Verlierer in Würzburg hießen Hot Shots und Obelix, die Hot Shots unterlagen den Pool Junkies, Obelix dem Pyramida Team – beide Begegnungen endeten 9:13. Die Ersten, die das Feld gänzlich räumen mussten, waren die Hot Shots, die von Obelix anschließend 13:4 zusammengestaucht worden waren.

Wer steckt eigentlich in diesem Koloss von Obelix? Guido Siegmann, der Kopf, Robert Gernet, Friedrich Kokott, Jens Prozeller, Mathias Schulz, Ramon Stühler, Michael Thiel und Wolfgang Wardanjan. Das macht in der Tat einen dicken, runden Obelix aus!


Trotz seiner imposanten Erscheinung verlieren wir Obelix erst einmal aus den Augen, denn unser Blick schweift zurück auf die Gewinnerseite, nebst Pool Junkies und dem Pyramida Team empfahl sich beim Einstieg ins Turniergeschehen noch Triple X mit 13:9 über Ü 40 als Sieger. 
Als es von fünf auf drei ging, zeigte sich das Team Triple X abermals bärenstark, als es No 1 Breakers mit 13:3 dominierte. Die Pool Junkies landeten ihren nächsten Sieg mit 13:7 über das Pyramida Team.  


Als das Triple X nun auf die Pool Junkies stieß, ging es bereits um den ersten Finalplatz. Triple X demonstrierte wiederum spielerische Überlegenheit und erreichte das Endspiel dank eines souveränen 13:5. Damit hatte Triple X auf dem Weg ins Finale 39 Punkte eingefahren und nur 17 abgeben müssen, was einem starken Quotienten von 2,29 entspricht.

Was war auf der Verliererseite los? Na klar, da sehen wir Obelix. Der wankte, fiel aber nicht und setzte sich mit 13:11 knapp gegen No 1 Breakers durch, während das Pyramida Team die Ü 40-Truppe mit 13:4 beherrschte. Ab in die Heia! 
Obelix kam noch stärker ins Wanken! Nach 12:12 Zwischenstand in der folgenden Begegnung zwischen Obelix und Pyramida Team gewann der Gallier schlussendlich 13:12. Als es anschließend zwischen den Pool Junkies und Obelix um den zweiten Finalplatz ging, lieferte Obelix seine bisher überzeugendste Leistung ab, als er seine Herausforderer 13:8 dominierte.

Der Quotient von Obelix betrug in Gegensatz zu Triple X mit 2,29 gerade einmal 1,02. Wir fassen nochmals zusammen: Obelix hatte bis hier hin einmal verloren, einmal mit einem Punkt Vorsprung und einmal mit zwei Zählern mehr gewinnen können. Lediglich das 13:8 gegen die Pool Junkies zeugte von einem souveränen Auftritt. 


Mit ihrem zweitbesten Ergebnis an diesem Turniertag, nämlich 13:10, gelang Obelix im Endspiel gegen Triple X der Matchausgleich. Nicht schlecht! Wunder geschehen immer wieder? Nein, nein, wenn Obelix erst einmal ins Rollen gekommen ist, dann gibt es kaum jemanden, der ihn noch aufhalten kann. Fragen sie die Römer, egal ob im Kupferkessel, bei den Olympischen Spielen, im Morgenland oder auf der großen Überfahrt.

In der Hitze der Nacht, als es nicht um die Farbe des Geldes ging, sondern alles zu einer Frage der Ehre wurde, vermochte auch Triple X nicht, Obelix zu stoppen. Der gebärdete sich sportlich außer Rand und Band. Mit der klarsten aller Entscheidungen, nämlich mit 13:5, gewann Obelix erstmalig die begehrten Flugtickets nach Las Vegas und so werden sich demnächst in Kürze alle Cineasten an „Obelix in Las Vegas“ erfreuen dürfen. 


Voller Tatendrang zeigten sich in der finalen Entscheidung Friedrich Kokott, Wolfgang Wardanjan, Ramon Stühler, Robert Gernet und Jens Prozeller. Letztgenannter hamsterte mit vier Siegen die meisten Punkte. Auf der anderen Seite brachten sowohl Desmond Finnegan und Michael Kapp als auch Thomas Kröhnert und Jochen Jutzi Zählbares zustande.

Seit über zwanzig Jahren ist Obelix, former known as Obelix & Co. KG., in der DSAB Poolbillardliga mit von der Partie und nun hat dieses Team erstmalig den großen Sprung über den Teich nach Las Vegas geschafft. Mutet wie eine märchenhafte Erzählung aus Tausendundeine Nacht an. PS: Verfilmt von José María Elorrieta!

Obelix auf dem Weg nach Amerika - und das sind Friedrich Kokott, Mathias Schulz, Jens Prozeller, Robert Gernet, Guido Siegmann, Ramon Stühler, Wolfgang Wardanjan und Michael Thiel



1. Platz: Obelix

  • Guido Siegmann (Kapitän)
  • Robert Gernet
  • Friedrich Kokott
  • Jens Prozeller
  • Mathias Schulz
  • Ramon Stühler
  • Michael Thiel
  • Wolfgang Wardanjan

2. Platz: Triple X

  • Frank Hippel (Kapitän)
  • Desmond Finnegan
  • Jochen Jutzi
  • Michael Kapp
  • Thomas Kröhnert
  • Malcolm Luckie
  • Markus Schick

3. Platz: Pool Junkies

  • Bastian Wisshofer (Kapitän)
  • Christian Gehrsitz
  • Alexander Konkol
  • Sebastian Möldner
  • Hasan Ökgü
  • Thomas Wolfstädter

 

Quelle: Öffnet externen Link in neuem Fensterdart1.net


Volle Konzentration: Udo Schieder hat sich für das Weltfinale in Las Vegas qualifiziert.
Volle Konzentration: Udo Schieder hat sich für das Weltfinale in Las Vegas qualifiziert. - FOTO: HARTMUT HESS

Für Ex-Torwart zählen nur Treffer

Billardspieler Udo Schieder schwärmt von Las Vegas und schwört auf den Mental-Papst


Von unserem Mitarbeiter HARIMUT HESS

KITZINGEN "Las Vegas ist der Wahnsinn, ein Hotel ist dort größer als das andere", sagt Udo Schieder mit leuchtenden Augen und schwärmt: "Big, bigger, Las Vegas." Im Mai fliegt der Kitzinger erneut ins US-amerikanische Spielerparadies, um dort die deutschen Fahnen beim Billard-Worldcup zu vertreten. Für zwei Wochen darf er dann persönlich seinen amerikanischen Traum leben.

Udo Schieder spielt schon 25Jahre Billard, in der hiesigen Sportszene war er im alten Jahrtausend aber mehr als Fußballtorwart ein Begriff. Er spielte mit Kumpels wie Ricky Helton einst in der legendären Jugend der Kitzinger Bayern, die es damals bis in die Bayernliga gebtacht hatte. Schieder war ein Top-Mann zwischen den Pfosten und hütete damals mit dem späteren Bundesliga-Profi Claus Reitmeier das Tor der Bayernauswahl. Ein Kreuzbandriss im Trikot des TSV Buchbrunn setzte dann 1983 der Fußballer-Laufbahn des Kickers aus der Kitzinger Siedlung ein jähes Ende.

Danach verlegte er seine sportlichen Ambitionen auf das Billard. Dieser Randsportart frönt er seit 1995 mit der Kneipenmannschaft "Interpool" und schwingt den Billardstock in der Sportsbar über dem "Alten Keller". Dass sich Billard in Kitzingen und unterfränkischen Gefilden etablieren konnte, lag vordergründig an den tausenden US-Soldaten, die einst die Kneipen der Garnisonstädte bevölkerten. Dass sich Udo Schieder vom Kneipenspieler zum Top-Mann mauserte, war dem Lockruf des Würzburgers Peter Hilpert im Jahr 2004 geschuldet. Der Teamchef und Mannschaftsführer der "Breakers" aus der Gneisenaustraße setzte große Hoffnungen in den Kitzinger. Verfehlten die "Breakers" 2005 beim Abschlussturnier der Deutschen Liga-Mannschaftsmeisterschaft (DLMM) mit Rang fünf noch die Tickets zum Worldcup-Finale in Las Vegas, gelang dies ein Jahr später. Als DLMM-Vizemeister der Mayer-Ligen im fränkischen Raum hoben die Unterfranken im Flieger ab und erlebten ihre Worldcup-Premiere, die Lust auf mehr weckte.

Udo Schieder entwickelte sich immer besser und löste als zweiter des Deutschlandcups im Jahr 2007 auch erstmals das Ticket für den EinzelWorldcup. Endgültig in die nationale Spitze drang der heute 48-Jähdge im Jahr 2010 vor, als er mit den "Breakers" erstmals das DLMM-Abschlussturnier gewann und eine traumhafte Bilanz schaffte. Er ging in 18 von 22 Duellen als Sieger vom Billardtisch und war mit der Siegesquote von 82 Prozent der beste Einzelspieler des Turniers. Später setzte er in Las Vegas eine Duftnote mit dem 17. Platz im Einzel-Worldcup unter 1024 Teilnehmern. Dort brannten sich die Erlebnisse tief beim Kitzinger ein, und mit den "Breakers" erreichte er den 13. Platz beim Worldcup. Vergangenes Jahr holte er mit den "Breakers" erneut ungeschlagen den DLMM-Titel, bestieg erneut den Flieger über den großen Teich und errang mit seiner Mannschaft den hervorragenden funften Platz.

Vor zwei Wochen gelang dem 48-Jährigen sein bislang größtet Erfolg im Acht-Ball-Billard auf deutschem Boden, als er in Bad Kissingen den Deutschlandcup im Einzel gewann. Dort verwies er nach vielen heißen und engen Matches den Favoriten Markus Buck (GöPPingen) sowie weitere Spieler, die den Deutschlandcup bereits gewonnen haben, in die Schranken. "Du darfst dich nicht von außen runterziehen lassen und dich nur auf deine Stärken konzentrieren", sagt det gelernte Maurer, der sich heute als Meister der Präzision, Konzentration und Mentalstärke bei Gegnern Respekt verschafft. Er verinnerlichte das Buch "Gut sein, wenn's drauf ankommt" des Mentalpapstes Hans Eberspächer umfassend und lernte dadurch, dass er es sich nur sich selbst Recht machen muss und bestens damit fährt, an die eigene Klasse zu glauben. Die höchst stabile Psyche Schieders, die bisweilen schon als stoische Ruhe daher kommt, war in Bad Kissingen ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Denn dort gelang es ihm, mehrere Spiele in der Endphase zu drehen oder in entscheidenden Momenten die besten Schüsse zu spielen. Auch wenn die Hände den Stoß mit dem Billardstock ausfuhren, wird das Billard primär im Kopf entschieden. Deswegen powert er jährlich rund 3000 Kilometer auf dem Mountain-Bike als Ausgleichssport und zur Stressbewältigung."Du musst immer zwei bis drei Schüsse voraus denken", erklärte der Las-Vegas-Fan, da die Position der Zielobjekte und der weißen Kugeln eminent wichtig sind, um die eigenen Kugeln möglichst schnell zu versenken. Die Faszination am Billard ist fur Schieder, dass kein Spiel dem nächsten gleicht, auch wenn die gleichen Eröffnungen gewählt werden. Seit dem Jahr 2003 versenkt er noch in den Ligen der Deutschen Billard-Union die Bälle fur den 1. Pool-Billard-Club (1. PBC) Kitzingen in der Landesliga, doch muss der seine Heimspiele in Würzburg austragen, da die Verbandsvorgaben für eine Spielstätte in Kitzingen nicht zu erfüllen sind. Diesen Samstag will er mit den Würzburger "Breakers" den dritten DLMM-Titel in Folge landen und dann im Mai erneut für Furore in Las Vegas sorgen. "Ich bin mit der älteste und routinierteste in unserer Mannschaft", verrät Udo Schieder, der unter Mannschaftsführer Peter Hilpert eine wichtige Rolle als Führungsspieler und Leistungsträger einnimmt.

MAIN POST, Donnerstag, 1. März 2012, Nr. 51, Seite 21