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Rotation

1. Das Spiel

Rotation ist eine Disziplin des Poolbillards, bei dem mit 15 durchnummerierten Kugeln und einem Spielball (Weiße) gespielt wird. Jeweils die Kugel mit der niedrigsten Zahl muss angespielt werden, und versenkte Kugeln zählen Punkte entsprechend ihrer Nummer. Es gewinnt der Spieler, der von 120 möglichen Punkten zuerst 61 erreicht. Dabei kann es passieren, dass zwei Spieler gleichzeitig auf den Punktestand 60 kommen. In diesem Fall bekommt der Spieler, der zuletzt regelkonform einen Kugel versenkt hat eine Bonuspunkt und wird zum Gewinner des Spiels erklärt.


1. Im Gegensatz zu 8-Kugel ist Rotation kein Ansagespiel, es müssen also weder zu versenkende Kugeln noch Taschen angesagt werden.

2. Wie im 9-Kugel muss zuerst die Kugel mit der niedrigsten Nummer angespielt werden, es zählen die Kugeln, die danach versenkt werden.

3. Kombinationen sind also zulässig und besonders in der Anfangsphase des Spieles lohnend, wenn eine der höherwertigen Kugeln versenkt werden kann.

4. Die eigene Aufnahme muss fortgesetzt werden, solange Objektbälle korrekt gelocht werden und endet, wenn dies nicht mehr der Fall ist.


2. Aufbau und Break


1. Die Kugeln werden zu Beginn in einem Dreieck aufgebaut, mit der "1" vorne, der "2" an der linken, "3" an der rechten Ecke und der "15" in der Mitte des Dreiecks. Alle anderen Bälle müssen nach dem Zufallsprinzip verteilt werden.

2. Beim Eröffnungsstoß muss die "1" angespielt werden und mindestens vier Kugeln eine Bande anlaufen oder eine Kugel versenkt werden.


3. Korrekter Stoß


1. Der Objektball mit der niedrigsten Nummer auf dem Tisch muss als erstes angespielt werden.

2. Nach der Carambolage muss die Weiße oder ein Objektball eine Bande anlaufen.


4. Fouls

Ein Foul liegt vor, wenn


1. der Spielball versenkt wird;

2. der Spielball keinen Objektball berührt;

3. der Spielball zuerst auf einen Objektball trifft, die nicht die niedrigste Nummer auf dem Tisch hat;

4. nach der Carambolage keine Kugel mehr eine Bande berührt;

5. eine Kugel vom Tisch fällt;

6. eine Kugel unbeabsichtigt mit dem Queue berührt oder verschoben wird;

7. der Spieler mit dem Körper oder mit der Kleidung eine Kugel berührt;

8. Das dritte mal hintereinander der niedrigste Kugel als Sicherheit (Safety) einfach möglichst nahe an die nächstliegende Bande gespielt wird.


Sollten in einem Stoß mehrere Fouls begangen werden, wird dies trotzdem nur als ein Foul gewertet. Bleibt der Spielball oder ein Objektball direkt auf dem Rand des Tisches liegen, liegt ebenfalls ein Foul vor. Der Kugel gilt dann als "vom Tisch gefallen", da die Banden nicht zur Spielfläche gehören, sondern diese lediglich abgrenzen. Rollt eine Kugel jedoch kurzzeitig über die Bande und kommt wieder auf die Spielfläche zurück, ist der Stoß korrekt. Sollte eine Tasche bereits so überfüllt sein, dass die herausragenden Kugeln das Spielgeschehen beeinflussen, z. B. den Spielball davon abhalten, in die Tasche zu fallen, liegt ebenfalls ein Foul vor. Das heißt, der aufnahmeberechtigte Spieler ist dafür verantwortlich, dass überfüllte Taschen rechtzeitig geleert werden.

5. Strafe bei Fouls

Bei einem Foul hat der Gegenspieler im Gegensatz zu anderen Disziplinen des Poolbillard nicht Kugel in Hand, sondern darf wie beim Snooker entscheiden, ob er selbst weiterspielen will oder den foulenden Spieler fortfahren lässt. Ein Punktabzug findet nicht statt, nicht korrekt versenkte Kugeln werden nach den einschlägigen Regeln wieder auf den Fußpunkt aufgesetzt. Fällt die Spielkugel vom Tisch, kann der Gegenspieler die Kugel frei im Kopffeld platzieren. Befindet sich die nächste anzuspielende Kugel ebenfalls im Kopffeld, so wird sie auf den Fußpunkt versetzt. Auch in diesem Fall kann der Gegenspieler den Foulenden weiterspielen lassen, dieser hat dann Kugel in Hand.

6. Drei Fouls in Folge

Drei Fouls in Folge führen zu sofortigem Spielverlust.

7. Irregulär gelochte Bälle

Irregulär gelochte Bälle werden wieder aufgesetzt.

8. Wieder Aufsetzen von Bällen

Irregulär gelochte oder vom Tisch gesprungene Bälle werden auf dem Fußpunkt wieder aufgesetzt. Sollte der Fußpunkt bereits besetzt sein, werden sie möglichst nahe am Fußpunkt zwischen diesem und der Fußbande aufgesetzt (genauso wie bei 14/1!).

9. Safeties

Das spielen von Sicherheiten ist bei Rotation stark eingeschränkt.


1. Hat ein Spieler einen Kugel regulär gelocht, muss er weiterspielen. Das Lochen eines Kugel bei gleichzeitiger Ansage einer Sicherheit ist nicht gestattet.

2. Sicherheit, die lediglich darin bestehen, den nächsten Kugel „on“ möglichst nahe an die nächste Bande zu spielen sind auf zwei Versuche pro Spiel beschränkt. Beim dritten mal liegt ein Foul vor.

3. Andere Sicherheiten sind nicht limitiert, solgange zwei Objektbälle bewegt werden und eine Bande angelaufen wird, oder der Kugel „on“ eine Bande anlauft, die nicht die nächstliegende ist.


10 Team play


1. Wenn in Teams gespielt wird, wird nicht mit Wechselstoß innerhalb einer Aufnahme gespielt. Beispielsweise bleibt der Spieler der erfolgreich angestoßen hat am Tisch solange er erfolgreich und regelkonform Bälle locht oder das Spiel erfolgreich beendet.

Anmerkung: Für den Fall das Team 1 aus Spieler A und B besteht, Team 2 hingegen aus den Spielern C und D, gilt die folgende Reihenfolge: A – C – B – D – A – C – B – D u.s.w.

2. Sollte der Spieler eines Teams in drei hintereinander folgenden Aufnahmen ein Foul begehen, wird er für den Rest des Spiels disqualifiziert und sein Partner muss das Spiel alleine fortsetzen. Dabei gilt allerdings, dass jeweils beide Spieler des gegnerischen Teams aufnahmeberechtigt sind bevor er wieder an den Tisch darf.

Anmerkung: Angenommen Spieler A aus Team 1 begeht drei Fouls in aufeinander folgenden Aufnahmen, dann gilt folgende Reihenfolge: B – D – C – B – D – C – B – D – C u.s.w.

3. Bälle, die zuvor vom disqualifizierten Spieler regulär gelocht wurden, werden nicht wieder aufgesetzt.

Anmerkung: Prinzipiell kann Rotation auch als Doppel mit Wechselstoß gespielt werden, wobei dann drei aufeinander folgende Fouls nicht zur Disqualifikation eines Spielers sondern zum Verlust des Spiels führen.

Taktik

Im Gegensatz zum 9-Kugel befinden sich wesentlich mehr Kugeln auf dem Tisch, und der Gewinn des Spieles hängt nicht zwingend vom Versenken der letzten Kugel ab. Kombinationen sind erlaubt und können bereits in der Anfangsphase des Spiels, wo auf geringwertige Kugeln gespielt wird, einem Spieler einen deutlichen Vorteil verschaffen (Die 15 zählt so viel wie die ersten fünf Kugeln zusammen!). Dadurch, dass nur eine Kugel angespielt werden darf, aber bis zu 14 andere Kugeln im Weg liegen, sind die Aufnahmen kürzer.